18.04.2023

Einzigartige Fassade in der Winterthurer Altstadt

Die Grisaille-Malereien, die wir bei den Umbauarbeiten entdeckt haben, stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Diese Art der Malerei ist in Winterthur einzigartig, eigentlich war sie damals bei Privathäusern nicht mehr «en vogue». Entsprechend überrascht waren die Fachleute der Denkmalpflege Stadt Winterthur, als das Werk in diesem guten Zustand entdeckt wurde.

Sorgfältig wurde der gesamte Verputz, unter dem die Malereien versteckt waren, abgetragen. Danach machten sich Spezialisten vom Restaurierungsatelier Rolf Zurfluh an die Arbeit, das Werk zu reinigen, zu festigen und die Hohlstellen zu hinterfüllen – zusammen mit der Archäologin Caroline Diemand und in enger Begleitung der Denkmalpflege. Es wurden nur kleine Retuschen vorgenommen, jedoch keine Rekonstruktionen. Darum sieht die Fassade heute für das ungeübte Auge ein wenig unfertig aus. Doch das ist durchaus gewollt, entspricht es doch weitgehend dem Zustand, in dem wir das Werk gefunden haben. Somit ist die Fassade eine Zeitzeugin für über 300 Jahre Stadtgeschichte, die mit dem Erhalt der Malereien für alle sichtbar bleibt.


Die Geschichte des Hauses «Zum Sonnenberg» an der Steinberggasse 41 beginnt bereits um 1490. Auf einem Bild von 1648 ist deutlich zu erkennen, dass es damals nur zwei Obergeschosse hatte. Der dritte Stock wurde um 1684 von der Familie Ziegler-Hegner hinzugefügt, der das Haus bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte. Die schwarze Kassette mit der goldenen Schrift kam 1781 dazu.

In den Besitz von Bruno Stefanini gelangte das Haus 1956, heute gehört es der SKKG und wird von Terresta verwaltet. Nach der Renovation 2022/23 führten wir am 11. April eine Besichtigung durch für eingeladene Gäste. Am 12. April konnten alle vorherigen Mieter:innen wieder in ihre frisch renovierten Wohnungen einziehen.


Rundgang durch die renovierten Wohnungen: